Der Geburtstag offenbart von Jahr zu Jahr mehr Möglichkeiten, die Kundennutzen und mehrwertfreie Mentalität der Marketing- und Kommunikationsabteilungen von größeren Unternehmen zu beobachten. Ich kam erst vor kurzem wieder in diesen „Genuss“. Eine Versicherung, eine Bank, ein Telekommunikationsunternehmen und eine Bekleidungskette - von all diesen Firmen landete ein Brief in meinem Postkasten.
Gratulation, liebe Unternehmen! Ihr habt ganz hervorragend unter Beweis gestellt, wie super eure CRM Systeme funktionieren und wie viel ihr über eure Kunden tatsächlich wisst: Ihr bringt es zu Stande einen ganzen Brief zum Geburtstag schreiben – wow! Doch alle schriftlichen Gratulationen sind de facto inhaltsgleich – abgesehen von den obligatorischen Glückwünschen, gibt es keine weiteren Botschaften. Und noch viel weniger etwas, das einem Geschenk gleichkommen würde.
Liebe Unternehmen, werte Marketingentscheider und geschätzte Vorstände, welchen Kunden interessiert ein Geburtstagsbrief von einer Firma, die derart oberflächlich und inhaltsleer gepolt ist? Ich bin deshalb euer Kunde, weil ich eine ökonomische Beziehung zu euch pflege. Ich habe einen wirtschaftlichen Nutzen oder sogar einen sinnvollen Mehrwert durch euch. Und genau diesen vermisse ich bei euren lieblos hingerotzten Geburtstags-Massenaussendungen.
Aber das eigentliche Übel ist ja, dass es sich um mein Geld handelt, das die Marketing-, CRM- und Kommunikationsabteilungen verjubeln, um mir zu meinem eigenen Geburtstag zu gratulieren. Das ist quasi so, als würde ich für die Geschenke von Anderen an mich selbst bezahlen. Noch dazu möchte ich diese sinnbefreiten Präsente gar nicht.
Der Unterschied liegt im Sinn, in der Relevanz, im nützlichen Mehrwehrt für den Kunden. Wenn die Unternehmen dies nicht verstanden haben, dann können Sie noch endlos viel Geld in Projekte für CRM, Beratungsansatz, Multichannelmanagement investieren. Am Ende des Tages wird es sich trotzdem nicht auszahlen.
Tja, da hast du vollkommen recht.....Geburtstagswünsche machen nur Sinn, wenn sie für den Kunden einen Mehrwert bitten, aber auch den Mehrwert, den Versandhäuser oder auch viele andere Unternehmen mit sogenannten Geburtstagsgutscheinen bieten, nur um den Kunden in ihr Geschäftslokal oder Online-Shop zu locken - hinken doch in Wirklichkeit auch und sind auf Dauer sogar lästig. Wie also soll man seinen Kunden Mehrwert bieten, ohne dabei als lästig angesehen zu werden?
AntwortenLöschenDanke für Deinen Kommentar und das ist natürlich eine berechtigte Frage;-) Ich nehme den Ball gerne auf und versuche in einem meiner nächsten Posts etwas dazu zu schreiben. Vielleicht an dieser Stelle schon ein Buchtipp als Inspiration bzw. Gedankenanstoss: „Marketing 3.0.“ von Philip Kotler (falls Du es noch nicht kennst). Lass Dich nicht von dem Titel ablenken - es bezieht sich in keiner Weise auf das „Web 2.0.“ sondern es geht um die nächste Stufe des Marketings – das kollaborative Marketing. Vor allem die ersten 50 Seiten finde ich sehr gut geschrieben.
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